7 Wochen in Tulum

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Tulum, Quintana Roo, Mexiko. Seit 7 Wochen leben wir nun hier in unserer kleinen Cabaña, 30m von einem der traumhaftesten Strände der Karibik entfernt, an der kleinen Straße, die Playa mit Pueblo verbindet, auf Höhe Km 8,2. Pueblo, die Stadtgegend Tulums liegt etwa eine halbe Stunde mit dem Fahrrad entfernt. Die Strandgegend, Playa, zieht sich an der Küste entlang und ist durch Kilometerangaben gekennzeichnet. Hausnummern Fehlanzeige.

Die Cabaña, die wir von Freunden gemietet haben, ist zu unserem Zuhause geworden. Wir fühlen uns wohl, sind in Mexiko angekommen. Eine fremde Kultur, eine fremde Sprache, fremde Menschen, fremde Sitten. Das sind nur vier der Dinge, die für uns den Reiz des Reisens ausmachen. Und dennoch haben wir uns nie fremd gefühlt. Alle waren so herzlich, so einladend, haben uns mit offenen Armen empfangen. Der mexikanischen Küche sind wir ohnehin verfallen.

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Im Gegensatz zu vielen anderen Teilen Mexikos sieht man in Tulum kaum Armut, kaum Müll auf der Straße, kaum traditionelle Kleidung. Dennoch locken die Ausgrabungsstätten und Ruinen jedes Jahr viele Touristen in den kleinen Ort. Es gibt hier so viele vegane Bistros und organische Cafés wie sonst nirgends im Land. Ein Hippie-Vibe liegt in der Luft, mit meinen Dreadlocks falle ich hier nicht auf. Maori-Tattoos scheinen wie das Must-Have und Yogakurse sieht man an jeder Ecke. Tulum hat seinen eigenen Charme, wenn auch nicht den typisch Mexikanischen.

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Die letzten beiden Wochen unseres Zwischenstopps nutzen wir noch um unsere Reisekasse aufzubessern. Ein Freund von uns hat sich hier seinen Traum verwirklicht und „Turquesa“, ein Restaurant mit Dschungel Camping aufgebaut. Nun helfen wir jeden zweiten Tag im Frühstücksservice, putzen Zelte und stehen den Gästen Rede und Antwort. Es tut gut sich nützlich zu fühlen und eine sinnvolle Aufgabe zu haben und trotzdem bleibt noch genug Zeit um die Gegend Tulums weiter zu erkunden und sich ab und an einfach mal in die Sonne zu legen und nichts zu tun. Braun sind wir geworden, auch wenn uns selbst die Veränderung gar nicht so bewusst ist.

Hin und wieder schnappen wir uns die Fahrräder, die wir für umgerechnet etwa 70€ ergattert haben, und fahren nach Pueblo. Die Restaurants sind dort einfach viel günstiger und auch ein wenig authentischer, es gibt viele Bars und Livemusik, dennoch ist Tulum an sich eher ruhig. Kein Vergleich zu dem nur wenige Kilometer entfernten Playa del Carmen, wo es nur so wimmelt von Diskotheken und Nightlife.

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Trotz der relativ kurzen Zeit die wir erst hier sind,  haben wir viele interessante Menschen getroffen. Es gibt Tage, an denen wir an jeder Ecke jemanden grüßen können, Tulum ist nicht groß, man kennt sich. Seit 7 Wochen gehören auch wir dazu. Doch so schön und lehrreich die Zeit auch war, der Drang aufzubrechen, Neues zu erkunden, ist größer. Wir verspüren beide diese innere Unruhe endlich los zu wollen, dem nun Bekannten erneut zu entfliehen, hinein ins Ungewisse. Viel recherchiert haben wir diesmal nicht, doch unser nächstes Ziel soll Belize sein. Das Land, so groß wie Hessen, fasziniert uns und so wenig wir auch darüber wissen, so spannend scheint es auch zu sein ohne Vorstellungen loszureisen. Die Backpacks zu packen, die Cabaña zurück zu lassen, Tulum auf Wiedersehen zu sagen. Genau das liegt nun vor uns.

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Du planst selbst eine Reise in die Perle der Karibik?

Dann lies hier unsere Tipps für den perfekten Budget-Urlaub in Tulum:

[zur groben Orientierung: 20 Pesos = 1€]

 

  • Statt Cabaña am Strand (60-150 Euro/Nacht) lieber Hostel / Hotel in der Stadt mieten (DZ ca 30 Euro/Nacht). (Geheimtipp für Outdoor Fans: Camping – mit eigenem oder vorhandenem Zelt, z.B. Turquesa Jungle Camping, direkt am Strand).
  • Die menschenleere Küste genießen so oft es geht (und das geht am allerbesten nach Kilometer 8-9.. ab da folgen kaum noch Cabañas und man hat die Karibikkulisse komplett für sich)
  • Fahrrad mieten und die zahlreichen Restaurants und Cafés in der Stadt abklappern (viel authentischer und zudem um die Hälfte preiswerter als am Strand). Für Vegetarier und all die, die es werden wollen empfehlen wir „La Hoja Verde“, „El Vegetariano“, die Pizzeria „La Siesta“ oder die leckeren veganen Tamales von „Suculenta“.
  • Obst vom Truck kaufen, der täglich gegen 17uhr seine Runde macht (das leckerste und lokalste Obst und Gemüse und zudem mit am günstigsten), und nicht vergessen die frisch geschlagenen Kokosnüsse zu probieren! (statt 50-100 Pesos wie in den Strandbars zahlt man hier rund 15 pro Stück)
  • In eine der vielen Cenoten in der Gegend springen (je unbekannter desto leerer und sauberer – am besten die Taxifahrer nach ihrer Lieblingslocation fragen)
  • Ausgrabungsstätte früh am Morgen erkunden. Je später es wird desto mehr Touristen kommen in Reisebussen an.. und niemand möchte bei praller Mittagssonne Ruinen besichtigen… (Den Guide und sonstige Extras kann man sich getrost sparen, liest man sich vorher ein wenig ein und macht sich im Internet schlau, reichen vor Ort die Hinweistafeln. Auch das Geld für den extra Zugang zum Strand der angepriesen wird kann man sich sparen und hinterher einfach zur Küste ein paar hundert Meter weiter gehen).
  • Für Tagesausflüge auf Tourangebote verzichten und auf eigene Faust losmarchieren. (spart ca 80% der Kosten – und das bei echt saftigen Preisen!). Für längere Strecken ist man durch die Busse von ADO bestens versorgt, die ganz Mexiko gut vernetzen. (Die einzige Tour, die selbstständig kaum zu realisieren ist, ist der Ausflug ins Biosphärenreservat Sian Kaan).
  • Trotz günstiger Taxipreise, die man nicht mal verhandeln muss da alles auf Zonen basiert, kann man hier nochmal sparen. Mit den „Collectivos“ (Minibus / Sammeltaxi) kommt man schnell von A nach B. Ab Tulum zu den Ruinen zahlt man so rund 20 Pesos. Auch nach Akumal (Wasserschildkröten, Schnorcheln) und Playa del Carmen (Nightlife) sind es nur rund 35 pro Fahrt.
  • Und zu guter letzt – hitchhiking. Wer keine Eile hat und noch ne gute Urlaubsstory braucht, der stellt sich einfach an den Straßenrand und streckt den Daumen raus. Wird zwar vom Auswärtigen Amt sicherlich nicht empfohlen, ist aber auf der Halbinsel Yucatán bedenkenlos möglich und sogar üblich.

 

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