Bahnhofsviertel Frankfurt am Main

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Das Bahnhofsviertel liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs, mitten in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Auch als „Paradies“ bezeichnet, handelt es sich um das Rotlichtviertel Frankfurts. Seine Entstehung und Entwicklung fanden hauptsächlich in der Zeit von 1891 bis 1915 zurück. Heute ist es eins der am dichtesten besiedelten Bezirke der deutschen Finanzmetropole. Bis vor Kurzem sorgten Drogenhandel und Prostitution dafür, dass Einheimische und Touristen einen Bogen um das Viertel machten. Inzwischen ist es eines der Viertel, die den Wandel, den Frankfurt in den letzten Jahren erfahren hat, am besten widerspiegelt.

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Während der Besatzung durch die amerikanischen Truppen im 2. Weltkrieg entwickelte sich im Bahnhofsviertel ein aktives Nachtleben. Damals entstanden zahlreiche Clubs für Erwachsene, Bordelle, Spiellokale und Sexshops.

Heute beschränkt sich der Rotlichtdistrikt auf einen kleinen Teil des Bahnhofsviertels. Er konzentriert sich auf die Taunusstraße und teilweise ihre Querstraßen. An einem Freitagabend wurde ich in dieser Gegend ein paar Mal von Männern und Frauen angesprochen. Sie versuchten, mich mit kostenlosen Drinks in Striplokale zu locken. Einmal fasste mich eine Frau in aufreizender Kleidung am Arm und bedrängte mich auf Englisch, in einen Club zu gehen. Am Hauptbahnhof wurde ich gegen 22 Uhr zwei Mal von Männern angesprochen, die mir ganz unverhohlen Drogen anboten. So etwas passiert natürlich in vielen Städten. Hier ist es lediglich der Beweis dafür, dass das Rotlichtviertel Frankfurts trotz aller Veränderungen in der Gegend noch besteht.

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Andererseits bietet die Kaiserstraße, die Hauptachse des Bahnhofviertels, zahlreiche Cafés, internationale Speiserestaurants und Designer-Outlets. Wer auf dieser eleganten Straße flaniert, wird nicht daran denken, dass das Rotlichtviertel weiterhin existiert. Die einzigen Hinweise auf das, was in der Nähe zu finden ist, sind zwei Sexshops mit diskreter Fassade. Sie fallen dem unaufmerksamen Blick gar nicht auf. Suchtverhalten lässt sich lediglich bei den Koffein-Fans in den Cafés entlang der Straße beobachten, die sich zu typisch deutschen Kuchen und Torten häufig einen leckeren Cappuccino gönnen.

Im Süden des Bahnhofsviertels liegt das Mainufer, eine der beliebtesten Grünflächen Frankfurts. Wer gern zu Fuß unterwegs ist, muss lediglich der Kaiserstraße in der dem Hauptbahnhof entgegengesetzten Richtung folgen. Der Weg führt zu den meisten Touristenattraktionen der Stadt wie Main Tower, Dom und die Zeil, eine Fußgängerzone, in der sich wunderbar shoppen lässt.

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Das Bahnhofsviertel ist vollständig an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Neben U-Bahn und S-Bahn fahren auch zwei Straßenbahnlinien durch das Viertel. Regional- und Fernzüge fahren vom Hauptbahnhof ab. Preisgünstige, von deutschen Unternehmen betriebene Fernreisebusse halten in der Nähe.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Bahnhofsviertel nach den vielen Veränderungen der letzten Jahre von Einheimischen und Gästen nicht mehr gemieden wird. Im Gegenteil, es ist in Frankfurt absolut angesagt.

 

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