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Ein Auto – Zwei Freundinnen – Drei Road Trips

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Erster Tag. Valladolid.

 

Freiheit. Den Wind in den Haaren spüren. Einfach mal rausfahren. Los, was neues entdecken, alles hinter sich lassen und abschalten. Alles mal für einen Tag vergessen und uns vollkommen frei fühlen.

Genau das wollten wir. Und gesagt, getan, haben wir uns vergangenen Dienstag ein Auto ausgeliehen und sind von Tulum aus Richtung Landesinnere gefahren. Ohne Ziel, ohne Plan, ohne Navi.

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Gelandet sind wir schließlich in Valladolid,  einem süßen kleinen Städtchen nahe der weltberühmten Chitchen Itza. Von dem Touristentrubel haben wir dort aber wenig mitbekommen. Valladolid strahlt Ruhe aus. Gelassenheit und dennoch unglaublich viel Lebensfreude. Die Menschen hier sind stolz auf ihre Heimat und plaudern munter drauf los, erzählen uns von ihrer Stadt und was wir alles sehen müssen, stellen uns Ihre Familie vor, sind neugierig wie wir hier gelandet sind.

Seinen Charme hat Valladolid vor allem der schönen Kirche im Stadtkern zu verdanken, die damals nach spanischem Vorbild errichtet wurde. Der Park davor ist friedlich, ein paar Obststände und Eisverkäufer, drum herum ein paar süße kleine Restaurants und der ein oder andere Zeitungskiosk.

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Die Sonne machte uns zu schaffen, die Hitze waren wir von Tulum nicht gewohnt, wo doch immer eine frische Meeresbrise weht. Doch hier, in der Stadt im Landesinneren dieser traumhaft schönen Karibikhalbinsel, steht die Luft und wir waren froh uns mit  frisch erbeutetem Obst in den Schatten zu setzen. Das Chiligewürz auf dem süßen Obst ist typisch für Mexiko und wirklich unglaublich lecker. Papayas, Ananas, Melonen und allerhand exotische Früchte bekommt man hier überall zum Schnäppchenpreis.

Unsere wohl herzlichste Begegnung bisher war Juan, der seine beiden Töchter Fatima und Maria gerade von der Schule abgeholt hatte und so selbstständlich mit uns plauderte wie wir es mit guten alten Freunden tun würden, die wir zufällig am anderen Ende der Welt antreffen. Diese mexikanische Offenherzigkeit war es, die wir vermissten und von der wir gerade nicht genug bekommen konnten. Sich ständig über alles und jeden zu ärgern, wie es in Deutschland schon fast an der Tagesordnung stand, kennt man hier nicht.

Am Nachmittag sind wir dann Juans Tipp gefolgt und zur Cenote Zaci gefahren. Yucatán ist berühmt für seine vielen Naturwunder und die Cenoten gehören definitiv dazu. Die Löcher in der Erde sind alle vor vielen vielen Jahren entstanden und das Süßwasser darin ist tief und klar. Ein Traum darin zu schwimmen und die perfekte Abkühlung nach einem langen Spaziergang durch die Straßen von Valladolid.

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Abends sind wir die 2,5h dann wieder zurück nach Tulum gefahren. Das Ende eines rundum gelungenen Ausflugs, der uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Zweiter Tag. Bacalar

Neuer Morgen, neuer Roadtrip. Unser Wecker klingelte am Mittwoch bereits um kurz vor 6, schließlich hatten wir eine lange Fahrt vor uns. 211 km die Küste runter sollte es gehen, immer weiter in Richtung Süden, fast bis zur Belizischen Grenze. Bacalar hieß unser Ziel. Unsere Kühlbox, gefüllt mit eiskalten Getränken, an Bord und die Sonnencreme und Bikinis im Rucksack verstaut, konnte es losgehen. Unsere Stimmung war gut, das Freiheitsgefühl vom Tag zuvor hielt an. Wir konnten es nicht erwarten endlich wieder ‚on the road‘ zu sein.

In Bacalar angekommen fragten wir uns durch bis zur Lagune der 7 Farben. Ein magischer Ort. Die Lagune, ein riesiger Süßwassersee, schimmert in sieben verschiedenen Blautönen. Schon von weitem waren wir fasziniert. Auf der einen Seite des Sees soll es wohl jede Menge Tourangebote geben, von Segelturns bis hin zu Kanuverleihen. Glücklicherweise landeten wir durch Zufall auf der sehr ruhigen Seite der Lagune. Weit und breit kein Touristenschwarm, keine Souvenirstände, keine Hektik.

Wir spazierten eine Weile am Ufer entlang und fanden schließlich einen kleinen Steg, wo wir uns niederliesen. So ein traumhaft schöner Ausblick ist etwas Besonderes. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus – es war pure Faszination, die uns gerade in ihren Bann zog. Mexiko steckt voller atemberaubender Naturschauspiele, von den paradiesischen Karibikküsten, über Naturschutzgebiete, Dschungel, Wüsten, bis hin zu jeder Menge exotischer Tierarten und Pflanzen, die diese beheimaten.

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Die Lagune der 7 Farben war ein weiteres dieser Naturwunder an denen man sich einfach nicht satt sehen konnte. Die Blautöne waren so klar erkennbar als seien sie aufs Wasser gemalt worden. Ein einzigartiger Ort, an dem wir den ganzen Nachmittag verbrachten.

Geprägt wurde der Tag erneut von unvergesslichen Begegnungen. Ein älterer Herr sah unsere fragenden Blicke als wir auf der Suche nach einem kleinen Café waren. Mit einer schier selbstverständlichen Herzlichkeit zeigte er uns den Weg ohne dass wir unsere Frage überhaupt ausgesprochen hatten. Später begegneten wir ihm erneut und wieder schien er uns von den Augen ablesen zu können nach was wir auf der Suche waren. Wir bekamen seine mexikanische Hilfsbereitschaft zu spüren und vor allem die Magie, die in diesem Ort steckt.

Abends ging es dann wieder zurück in unsere Cabaña in Tulum. Erfrischt, relaxed, zufrieden und gespannt was uns am nächsten Tag alles erwarten wird, ließen wir die Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren.

 

Dritter Tag. Punta Allen

6.30 Uhr. Unser Wecker klingelte. 6.50 Uhr, er klingelte erneut, doch wir waren einfach zu müde zum aufstehen. Wir gönnten uns noch ein paar Minuten Schlaf, doch ehe wir uns versahen war es auch schon kurz vor 8 und die Sonnenstrahlen blitzten durchs Dach der Cabaña. Nicht so schlimm, dachten wir, der geplante Roadtrip sollte heute ins nur 56km entfernte Punta Allen gehen. Die kleine Küstenstraße sah auf der Karte sogar noch kürzer aus.

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Eine halbe Stunde später saßen wir auch schon in unserem kleinen roten Hyundai i10 und waren ready to go. Der Weg war steinig und viel schneller als die erlaubten 40km/h konnten wir sowieso nicht fahren. Wir waren überrascht – so schlecht hatten wir uns die Straße nicht vorgestellt. Zwar hatten wir gehört, dass sie nicht die allerbeste sein sollte, aber was uns da wirklich erwartete, hätten wir uns niemals träumen lassen. Erdlöcher, Pfützen die eher an halbe Tümpel erinnerten, Steine so groß wie Felsbrocken und Schlammstellen, bei denen wir jedesmal hofften nicht stecken zu bleiben. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wirkte nun eher wie schwarzer Humor.

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Blauäugig haben wir uns ohne Wasser und Proviant auf den Weg gemacht, wollten in Punta Allen erst mal frühstücken gehen. 56km voller Abenteuer, wir fühlten uns wie in einer filmreifen Dschungelsafari. Eidechsen und bunte Vögel kreuzten unseren Weg.

Doch so anstrengend es auch war bei der Hitze ohne Wasser, so entschädigte die wunderschöne Landschaft immer wieder aufs Neue. Die Küstenstraße war rechts und links umringt vom Meer. Teils bekamen wir beide Seiten zu sehen, teils verdeckten dschungelartige Pflanzen die Sicht. Die Fahrt war in jeder Hinsicht unvergesslich.

Und wieder, abseits von Stadt und Dorf, bekamen wir die mexikanische Freundlichkeit zu spüren. Die wenigen Menschen die wir passierten, die dort wohl gerade dabei waren den Weg bis nach Punta Allen auszumessen, grüßten uns herzlich und wunken uns zu, ein breites Lächeln auf dem Gesicht. Das ein oder andere mal fragten wir wie weit es noch sei, die Strecke zog und zog sich. Als uns dann schließlich jemand mit „muy cercito, muy cercito“ antwortete, was so viel bedeutet wie ’nur noch ein Katzensprung entfernt‘, atmeten wir auf – geschafft. Endlich.

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Punta Allen ist ein beschauliches kleines Dorf, nicht viel mehr als 4 Straßen und insgesamt vielleicht 20 Häuser. Darunter das ein oder andere Café, 2 Kioske und ein paar Restaurants. Viel gibt es hier nicht zu entdecken. Der Strand, eine atemberaubende Kulisse, wie sie schöner nicht sein könnte, war menschenleer. Zwar wurde die ein oder andere Boattour mit Schnorchelausflug angeboten, jedoch hatten wir kaum mehr als 200 Pesos dabei und unser Vorhaben, Geld abzuheben scheiterte an der Tatsache, dass es in ganz Punta Allen und Umgebung keinen Bankautomaten gibt. Immerhin reichte uns das noch für 2 Kaffee, 2 frische Salate und ein paar Quesadillas. Vom Restgeld konnten wir uns dann gerade noch Wasserflaschen für die Heimfahrt leisten.

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