Crush on Cologne

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Crush on Cologne

Paris-Syndrom

Japaner erliegen angeblich am häufigsten dem sogenannten Paris-Syndrom. Die Metropole an der Seine ist durch ihr stark romantisiertes Image als Stadt der Liebe, der Kunst und des stilvollen Savoir-vivre mit solch einer hohen Erwartungshaltung behaftet, dass Besucher früher oder später quasi enttäuscht werden müssen. Mit Köln verhält es sich genau anders herum. Die viertgrößte Metropole Deutschlands verkauft sich fast immer unter Wert. Und das vollkommen zu Unrecht.

Denn während die Fahrt vom Flughafen Köln/Bonn zum Kölner Hauptbahnhof lediglich eine kleinstädtische Viertelstunde in Anspruch nimmt, begrüßt der Kölner Dom den Besucher mit einer Vielzahl von mondänen Superlativen. Die monumentale Kathedrale zählt seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist mit 157,38 Metern Höhe das drittgrößte Kirchengebäude der Welt. Seine Bauzeit betrug insgesamt 632 Jahre, da der Bau zwar bereits im 13. Jahrhundert begonnen, allerdings aufgrund eines Baustopps erst im 19. Jahrhundert vollendet wurde. 300 Jahre bestimmte die Dombaustelle das Bild der Stadt und führte angeblich zum ironischen Kölner Ausspruch: „Wenn der Dom einmal fertig ist, geht die Welt unter.“ Das Klischee der effektiven Deutschen kommt also mit Sicherheit nicht aus Köln.

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©Flickr-Roman Boed

Ein Besuch des Doms ist in vielerlei Hinsicht beeindruckend. Blickt man entlang der überdimensional großen Fassade nach oben, klappt einem erst einmal der Unterkiefer herunter. Kein Wunder: Zusammen mit den beiden Türmen ergibt die Westfassade eine Fläche von über 7.100 Quadratmetern. Natürlich muss das gotische Wunderwerk auch noch von innen besichtigt werden. Und das funktioniert ohne lange Schlangen, Eintritt oder Sicherheitskontrollen. So bleibt noch viel Zeit für Street Art und Shoppen, Ausgehen und Kultur – oder, um die eindrucksvolle Silhouette der Domstadt bei einer Fahrt mit der Kölner Seilbahn aus der Vogelperspektive zu erleben. Die Gondeln überqueren den Rhein und verbinden so seit der Eröffnung zur Bundesgartenschau 1957 die beiden Ufer zwischen Riehl und Deutz. In den kalten Wintermonaten muss die Seilbahn allerdings geschlossen bleiben. Eine mindestens genauso tolle Alternative für einen beeindruckenden Ausblick bietet dann das KölnTrianglePanorama. Die 100 Meter hohe Aussichtsplattform auf dem Dach eines Bürogebäudes ermöglicht einen eindrucksvollen 360 Grad Blick über die Stadt und auf den Dom.

 

Eher bodenständig wird es im Römisch-Germanischen Museum, wo zahlreiche imposante Zeugnisse aus der zweitausendjährigen Geschichte der Stadt bewundert werden können, unter anderem das in den 1960er Jahren entdeckte Grabmal des Poblicius. Allein wegen seiner Architektur ist das Museum einen Besuch wert. Der große rechteckige Klotz mit modernen Prunkglasvitrinen direkt neben dem kunstvoll verzierten Dom sticht sofort ins Auge. Den Museumsbesuch mit dem Genuss von leckerer Schokolade kombinieren, lässt es sich im Schokoladenmuseum im Rheinauhafen. Das weltweit einzigartige Museum veranschaulicht eindrucksvoll den Weg von der Kakaobohne bis zur verpackten Schokoladentafel. Neben der facettenreichen Präsentation der Geschichte und Gegenwart des Kakaos und der Schokolade werden Führungen, Verköstigungen und sogar Schokoladenkurse angeboten.

 

Damit sich die ganze Schokolade nicht gleich auf den Hüften festsetzt, empfiehlt sich ein ausgiebiger Einkaufsbummel auf der Schildergasse, der größten Einkaufsstraße Kölns. Für die jungen individuellen Shoppingfans ist dagegen das Belgische Viertel ein Muss. Das Kollektiv „Chic Belgique“ hat sich vor über zehn Jahren gegründet, um die Läden im Viertel bekannter zu machen. Neben Shops mit ausgefallenem Schmuck, Fahrrädern, Vintage-Möbeln und cooler Mode gibt es auch Street Art und hervorragendes Essen. Das kreative Potenzial des Belgischen Viertels lässt sich seit 2009 beim jährlichen „le bloc – mode und design“-Modefestival im Sommer bewundern. Geboten werden Konzerte, Lesungen, Workshops, Werkstattführungen, Ausstellungen und vieles mehr. Der Eintritt ist – Überraschung – kostenlos!

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© lebloc Stadtrevue Verlag GmbH _ Taimas Ahangari

Um einen Tag voller Sightseeing und Shopping entspannt ausklingen zu lassen, bietet sich das Brauhaus Früh am Dom oder ganz cool, die Bar Arty Farty in der Maastricher Straße an, die zeitgleich auch Artspace ist. In jedem Fall fühlt sich der Besucher nicht ausgelaugt und gestresst, sondern fast schon ein bisschen verliebt. Das kann vom Bier kommen oder aber einfach vom unwiderstehlichen Flair der Stadt Köln selbst.

0122.0514_Nachtleben_Bar und Club Arty Farty (c) Axel Schulten _ K+ÂlnTourismus GmbH

© Axel Schulten _ KölnTourismus GmbH

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