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Morgens grüßt das Impala: Roadtrip durch Südafrika

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Es beginnt mit einem weiß-rosa-roten Blumenmeer in Free State. Wir sind auf dem Weg zu unserem ersten Stopp, dem Golden Gate Highland Nationalpark, südlich von Johannesburg an der Grenze zu Lesotho gelegen. Vor 18 Uhr müssen wir die Pforten des Parks passiert haben, sonst kommen wir nicht mehr zu unserem Campingplatz. Während der warme Fahrtwind durch das Auto pfeift und wir in der Abendsonne die malerische Felslandschaft des Parks durchqueren, die in einem intensiven Orange leuchtet, steigt langsam wieder dieses Kribbeln im Bauch auf – wie bei meinem ersten Besuch in Südafrika. Damals habe ich mich Hals über Kopf in das Land verliebt.

traditionelles Zulu Dorf c Marianna Hillmer
Dieses Mal machen wir die Straßen mit einem Dachzeltauto mit Vierradantrieb unsicher, in einer großen Runde wollen wir durch den Osten cruisen. Den Wagen haben wir bei KEA Campers reserviert. Die Ausstattung ist genial: Gaskocher, Kühlschrank und allerlei Kochequipment sind vorhanden, außerdem hat das Dachzelt eine integrierte Matratze, sogar Schlafsäcke und Kopfkissen gehören zur Ausrüstung. Bevor es zum Nationalpark geht, legen wir einen kurzen Zwischenstopp am Supermarkt ein, um uns mit Proviant (Essen, Drinks) einzudecken, aber auch mit Nützlichem (Spülmittel, Klopapier) und Schönem (Kerzen für den Abend) – und Grillequipment! Denn das darf beim Campen in Südafrika nicht fehlen. Braai nennen die Südafrikaner ihr traditionelles BBQ, es ist ein richtiges Gesellschaftsereignis. Man sieht die Rauchschwaden vor jedem Camper aufsteigen.
Am nächsten Morgen ziehen wir weiter zum Grenzübergang Caledonspoort – wir wollen durch Lesotho, das kleine, unabhängige Land, eingekesselt im Herzen Südafrikas. Lesotho wird auch als „Königreich im Himmel“ bezeichnet, weil es auf einem Hochplateau liegt. Hier ist mit einem Schlag alles völlig anders. Wir kurven durch die alpine Landschaft, Einheimische kommen uns reitend oder zu Fuß entgegen, gehüllt in die traditionelle Basotho-Decke. Die Dörfer sind großflächig über die Berge verstreut, Schafherden blockieren unseren Weg und ohne Vierradantrieb würden wir auf dem Weg zum Sani Pass im Matsch stecken bleiben. Die Durchquerung des östlichen Lesotho lässt richtig Abenteuerfeeling aufkommen und wird mit einem spektakulären Ausblick vom 2874 Meter hohen Sani-Pass und einer der schönsten Routen auf und durch die Drakensberge belohnt. Eins von Südafrikas absoluten Highlights!

Richtung Drakensberge von Suedafrika aus c Marianna Hillmer

Total überwältigt von dieser landschaftlichen Szenerie machen wir uns auf Richtung Küste, aber nicht zur Garden Route, sondern nach Osten zur unbekannteren Elephant Coast Richtung Mosambik. Über die Website von Kwazulu-Natal Wildlife (www.kznwildlife.com) haben wir uns spontan für das kleine Amatigulu Nature Reserve als nächsten Campingplatz entschieden. Was für ein Volltreffer! Gerade mal fünf Stellplätze gibt es, jeder versteckt im Dschungel, einige haben direkten Blick auf das Meer. Nachts halten mich unzählige fremdklingende Geräusche wach. Vielleicht Affen? Bei unserer Ankunft haben wir nur ein paar Antilopen im Dickicht gesehen, dann wurde es dunkel. Am nächsten Morgen, als wir den 4×4 Trek abfahren, begreifen wir erst das Ausmaß dieses Naturreservats. Wir kampieren mitten zwischen Antilopen, Zebras, Giraffen und Affen. Bei Bedarf kann man sich Kanus leihen, um die Flussmündung des Matigulu vom Boot aus erkunden und anschließend am Ufer gemütlich picknicken.

Doch nicht jeder Campingplatz ist so szenisch gelegen und ungefährlich. Weiter oben an der Küste im iSimangaliso Wetland Park weisen Schilder mit der Aufschrift „Beware of Hippos at night“ auf ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Highlight Südafrikas hin: Nilpferde! Gemütlich und träge mögen Flusspferde wirken, doch wehe dem, der ihnen zu nah kommt. Sie sind in Afrika für weitaus mehr Todesfälle verantwortlich als die Fleischfresser, Löwen und Co. In gefährlicheren Gebieten sind die Campingplätze daher entsprechend abgesichert. Morgens zum Frühstück kommen uns im Cape Vidal Camping nur Impalas besuchen. Während wir verschlafen unseren Roibos-Tee im Dachzelt schlürfen, schauen sich die kleinen Antilopen in aller Ruhe unseren Rastplatz an.

Wir sind an der Elephant Coast angekommen, die womöglich die schönsten Strände Südafrikas zu bieten hat. Bis hoch nach Kosi Bay erstreckt sich ein endloser, leerer Sandstrand entlang der Küste. Angeblich lässt sich hin und wieder ein Leopard am Meer blicken, doch so viel Glück haben wir leider nicht. Dafür aber sichten wir im Ndumo Game Reserve zwei Nashörner und wachen gegen sechs Uhr morgens Richtung aufgehender Sonne auf, meist vom Lärm der tobenden Affen um uns herum. Unser Rhythmus hat sich langsam dem natürlichen Tageslicht angepasst. Die Sonne geht hier abends bereits um 18 Uhr unter. Wir sitzen noch am Lagerfeuer, rätseln, zu welchem Tier die leuchtenden Augen, die uns aus dem Busch heraus anstarren, gehören könnten und bemerken erleichtert, dass es nur Kudu-Antilopen sind.
Löwen begegnen wir erst im Krüger-Nationalpark – begleitet von einem bewaffneten Ranger. Ein fantastisches Land!

Blick-auf-Kapstadt-vom-Tafelberg c_MariannaHillmer

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