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Night in White – ein österreichisches Iglu Abenteuer

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„Wohl dem, der ein warmes Iglu, Öl in der Lampe und Frieden im Herzen hat.“ – Inuit Sprichwort

Zwei Grad Celsius. Brrrr. Von meinen Handschuhen tropft eiskaltes Wasser und meine Finger erstarren im kühlen Wind. Bewaffnet mit einer Ladung Winter- und Campingausrüstung kämpfen wir uns in der Tiefe des Winters durch den Nebel des aufkommenden Sonnenaufgang bis zum Mount Rax.

Es ist ein Samstag wie kein anderer: meine Freunde und ich haben beschlossen etwas anderes an diesem Wochenende zu tun. Statt einer durchzechten Nacht in Wien, haben wir uns für einen Iglu-Bau Workshop angemeldet, um das Wochenende in den Bergen, nur eine Stunde von Österreichs Hauptstadt entfernt, zu verbringen und wieder Eins mit der Natur zu werden. Der Workshop, der vom Österreichischen Alpenverein durchgeführt wird, ist einer ihrer Winterwochenende Seminare.

Das Wochenende über werden wir lernen wie man einen Unterstand aus nichts als dem Schnee zu bauen. Seit Hunderten von Jahren haben die Inuit (landläufig als Eskimos bekannt) Iglus zum Schutz und als Ort zum Leben gebaut. Heutzutage zu wissen, wie man ein Iglu oder Schneehütte baut, kann ein nützliches Werkzeug für jeden Bergsteiger sein – egal ob du ein erfahrener Alpinist oder ein Amateur wie wir sind.

 

Spaß im Schnee

Nachdem wir unsere Seminarleiter getroffen haben, geht es mit der Seilbahn auf das Rax Plateau, das an seiner höchsten Stelle bei 1547 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die Sonne bricht durch die dünnen Wolken durch und ist nun komplett zu sehen. Es scheint so, als müssten wir nicht lange bei Minustemperaturen zitternd frieren.

Die Schneeschuhe angeschnallt, machen wir uns auf den Weg über das Gelände. Wir haben alles, was wir für zwei volle Tage in den Bergen brauchen – von dicken Parkas bis zu doppellagigen Vlies und Campingausrüstung. Auf keinen Fall wird es die Kälte schaffen, uns das Wochenende zu verderben.

©Lea Hajner

©Lea Hajner

Nach einer Stunde Schneeschuhwandern erreichen wir die Stelle, die unsere Baustelle sein wird: ein enges Tal mit Tonnen von Schnee, der sich in den vergangenen Monaten angesammelt hat.

©Lea Hajner

©Lea Hajner

Es ist Zeit für unsere erste Mission: Eine Grube für unsere Iglu-Baustelle ausheben. Mit Schaufeln bewaffnet, beginnen wir Berge weißen Pulverschnees aufzuhäufen und kommen dabei under der strahlenden Sonne ganz schön ins Schwitzen. Der Schnee funkelt in den hellen Sonnenstrahlen und der Weißheitsgrad unserer Umgebung ist blendend schön.

Gegen Mittag haben wir einen kreisförmigen Graben, tief genug für unser Iglu, ausgegraben. Nun müssen wir mit dem eigentlichen Bau des Iglus beginnen. Beim Zusammensammeln von Schnee, um rechteckige Blöcke bilden zu können, sehen wir wie Kinder aus, die Sandburgen am Strand bauen – mit der Ausnahme, dass Minusgrade um uns herum herrschen. Langsam kommt Wind auf und als die Temperatur sinkt, werden wir daran erinnert, dass wir schnell sein müssen, um das Iglu noch vor Sonnenuntergang fertig zu bekommen.

©Lukas Püspök

©Lukas Püspök

Mit einer scharfen Säge schneiden wir die Schneeklumpen in gleich große Platten, die als Bausteine ​​für unser, mit Spannung erwartetes, Iglu dienen. Und nach und nach beginnt es Gestalt anzunehmen. Die Blöcke passen nahtlos zusammen, fast wie die robusten Steine ​​der ägyptischen Pyramiden. Unser Iglu hat jetzt eine perfekte Halbkugelform und eine stabile Struktur. Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne verblassen in der Ferne – wir haben nicht mehr viel Zeit. Unsere nächste Herausforderung: einen Austrittstunnel zu graben. Da das Iglu gerundete Wände hat, muss einer unserer Teamkollegen im Iglu stehen, um die Stabilität der Blöcke zu unterstützen.

©Lukas Püspök

©Lukas Püspök

„Lass es nicht fallen, das ist der Entscheidene!“ warnt unser Führer als Robert sanft den letzten Schneeblock gegen die Spitze der gekrümmten Wänden drückt. Dies ist der letzte und wichtigste Schritt des gesamten Bauprozesses, da dieser letzte Block benötigt wird, um die gesamte Iglu zusammenzuhalten. Wir wollen sicher nicht, dass unser Dach zusamjmenfällt!

Als Robert das letzte Stück an Ort und Stelle schiebt, wie das letzte Stück eines Puzzles, jubeln wir gemeinsam, fast so, als wenn wir die Ziellinie eines Rennens erreicht hätten. Es dauerte mehr als sieben Stunden, um unsere temporäre Behausung für das Wochenende zu bauen aber das Endergebnis entlohnt für alles.

©Lukas Püspök

©Lukas Püspök

Während die Sonne dramatisch hinter den weißen Bergen unter geht, sitzen wir vor unserem Iglu, trunken vor Freude und strahlend vor Stolz. Das war der Grund, warum wir in die Berge gekommen sind. Kein Wochenende in Wien könnte dieses Erlebnis zu schlagen.

Iglu bauen leicht gemacht:

  • Wende dich an den örtlichen Alpenverein
  • Iglu bauen Workshops Kühtai, Tirol: www.iglu-village.at

 

Von MEININGER Hotels aus dem Orginal (Lea Hajner) übersetzt.

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