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Trekking-Abenteuer in Tadschikistan

Trekking-Abenteuer in Tadschikistan

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Trekking-Abenteuer in Tadschikistan – Zu Fuß auf Entdeckungsreise im wilden Pamir

 

Als Christian mir von seinem Plan berichtete, eine abgelegene Bergkette im westlichen Pamir ohne Unterstützung von Führern oder Trägern zu überqueren, war ich sofort begeistert. Ich war Jahre zuvor bereits im tadschikischen Pamir unterwegs gewesen und hegte schon lange den Wunsch, für eine echte Trekkingexpedition zurückzukehren. Angetrieben von meinen Erinnerungen an türkis glitzernde Bergseen, schneebedeckte Gipfel und den abenteuerlichen Pamir Highway – eine staubige, nur streckenweise gepflasterte Piste, die von gigantischen Schlaglöchern durchsetzt ist und niemals auf unter 3500 m fällt – konnte ich einfach nicht widerstehen und buchte einen Flug.

Trekking-Abenteuer in Tadschikistan

©Christian Stumpp

 

Es sind die Verlockung des Unbekannten, die Schönheit der reinen, unverfälschten Natur und der Abenteuergeist, die mich immer wieder an die exotischsten und abgelegensten Orte der Welt ziehen. Dieses Mal war ich Teil einer vierköpfigen Expeditionsgruppe, die die Rushan-Berge in Gorno-Badakshan überqueren wollte, einer Provinz Tadschikistans im äußersten Osten der ehemaligen Sowjetunion, die an Afghanistan, Kirgisistan und China grenzt.

Trekking-Abenteuer in Tadschikistan

©Christian Stumpp

Allein die Anreise war schon ein Abenteuer für sich und verschlang viel Zeit und Energie. Von Duschanbe aus, der Hauptstadt Tadschikistans, gibt es nur zwei Möglichkeiten, in den Pamir zu gelangen. Entweder fährt man mit Allradantrieb 16-20 Stunden lang auf der M 41 – der einzigen Straße, die den Pamir mit dem Rest des Landes verbindet –, oder man steigt in eine kleine russische Antonov mit 15-18 Sitzplätzen, die allerdings nur bei äußerst stabilen Wetterbedingungen fliegen kann.

Trekking-Abenteuer in Tadschikistan

©Christian Stumpp

Wir vier entschieden uns für die erste Option und begaben uns auf eine ziemlich turbulente Fahrt. Auf halber Strecke brach eine Radachse und etwa alle halbe Stunde wurden wir vom Militär gestoppt, um unsere (von unserem tadschikischen Fahrer mit einigen Dollarscheinen bestückten) Reisepässe vorzuzeigen. Als wir schließlich den Fluss Panj erreichten, der einen Großteil der afghanisch-tadschikischen Grenze bildet, wurde die Landschaft dann wahrlich spektakulär. Von nun an schlängelte sich unsere Straße immer am staubigen Flussbett entlang, nur einen Steinwurf von der afghanischen Grenze entfernt. Die M 41 war in die steilen Berghänge gehauen worden, so dass über unseren Köpfen riesige Felsnadeln aufragten. Gegen 2:00 Uhr nachts erreichten wir dann den Zusammenfluss der Flüsse Panj und Bartang. Der Ausgangspunkt unserer Expedition war nun nicht mehr weit entfernt.

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©Christian Stumpp

Am nächsten Tag folgten wir dem Bartang auf einer staubigen Schotterpiste weiter stromaufwärts. Unser Plan: der Fahrer sollte uns in Bardara absetzen, der letzten Siedlung im Tal, wo auch die Piste endete. Von dort aus wollten wir uns aufmachen, in vier Tagen die entlegenen Rushan-Berge zu überqueren und dann hoffentlich am Yashikul-See auf der anderen Seite anzukommen. Dort sollte uns unser Fahrer dann wieder abholen. Anhand unserer alten sowjetischen Landkarten und Satellitenbilder erschien diese Route machbar. Trotzdem blieb ein gewisses Maß an Unsicherheit, welche Bedingungen wir vor Ort tatsächlich antreffen würden. Würde auf den Pässen bereits Schnee liegen? Würde der Pegelstand der Flüsse niedrig genug sein, um sie überqueren zu können?

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©Christian Stumpp

Nach einer äußerst herzlichen Begrüßung durch die Dorfbevölkerung und einer Einladung zum Abendessen bei einer ansässigen Familie machten wir uns frühmorgens auf den Weg – die Rucksäcke vollgestopft mit Zelten, Gaskochern, Lebensmitteln für knapp eine Woche und einem Satellitentelefon, das wir aus Deutschland mitgebracht hatten. Unmittelbar hinter Bardara wurde die Landschaft unbändiger. Von nun an waren steile Felsen, Bergbäche und schneebedeckte Gipfel unsere einzigen Begleiter. Wir liefen hauptsächlich auf kleinen Hirtenpfaden und kamen ab und zu an verlassenen Ställen vorbei. Es war Mitte September und die meisten Schäfer hatten die hochgelegenen Sommerweiden bereits verlassen und ihr Vieh in die Täler getrieben. Nach mehreren Flussüberquerungen und einem Höhengewinn von mehr als 1000 m bauten wir unsere Zelte am Ufer eines abgelegenen Bergsees auf und genossen die dramatische Schönheit der uns umgebenden Landschaft.

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©Christian Stumpp

Der nächste Tag war dann sehr anstrengend. Der auf 4800 m gelegene Bardara-Pass war eine echte Herausforderung und je dünner die Luft wurde, desto schwerer erschienen uns unsere Rucksäcke. Als es dann zu schneien anfing, machten wir uns ernsthaft Sorgen und benutzten zum ersten Mal unser Satellitentelefon, um einen Wetterbericht abzurufen. Als wir dann endlich den Pass erreichten, hatte sich der Himmel zum Glück aufgeklart und wir überblickten die spektakuläre Landschaft auf der anderen Seite des Passes. Unterhalb der Eis- und Schneegrenze erstreckten sich mehrere türkis glitzernde Bergseen, unberührt und kristallklar, die bis an den Rand der Steinwüste heranreichten. Noch einmal kampierten wir an einem See – unglaublich erschöpft und wegen der dünnen Luft mit einem Schwindelgefühl, aber auch übermannt von der vollkommenen Schönheit dieses Ortes.

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©Christian Stumpp

Die nächsten zwei Tage bewegten wir uns stets zwischen 4500 und 4800 Höhenmetern, passierten noch einmal mehrere Bergseen, Flüsse und schneebedeckte Bergflanken. Wir verbrachten endlose Stunden damit, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Dabei redeten wir kaum und waren vollkommen in unseren Gedanken versunken. In der letzten Nacht bekam ich dann sehr starke Kopfschmerzen, verspürte Übelkeit und Herzrasen. Da allen klar war, dass dies Anzeichen der Höhenkrankheit waren, mussten wir uns so schnell wie möglich auf den Abstieg begeben und verließen unser Camp bereits im frühen Morgengrauen. Doch auch der Abstieg auf der anderen Seite des Bergplateaus war strapaziös und der Pfad schien einfach nicht enden zu wollen. Doch schließlich, nach vielen Stunden, die wir steinige Pfade hinabgestolpert waren, erblickten wir zum ersten Mal das blaue Wasser des Yashikul-Sees. Doch noch immer lagen mehr als 2 Stunden ungeduldigen Wartens vor uns, bis unser Fahrer schließlich auftauchte und uns von diesem abgelegenen Ort abholte. Da wussten wir, dass wir es geschafft hatten – dass wir zu Fuß die wunderschönen Rushan-Berge überquert hatten!

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©Christian Stumpp

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