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Zu Gast bei Scheherazade

hammam

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Im Hamam verschmelzen Baden, Entspannen und Genießen zu einem einzigartigen Wellness-Erlebnis. Das über 800 Jahre alte Reinigungsritual wird aber nicht nur in der Türkei und im arabischen Raum gepflegt. Auch in immer mehr europäischen Großstädten laden Hamams zu einem Märchen aus „1001 Nacht“ ein

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Urban Retreats London

Wer heute als Tourist nach Istanbul reist, kommt an einem Mann nicht vorbei, auch wenn er schon lange nicht mehr lebt. Sein Name: Yusuf Sinan bin Abdullah, kurz Sinan. Er gilt als einer der bedeutendsten Architekten aller Zeiten und lebte im 16. Jahrhundert. Für seine Auftraggeber – die Sultane Selim I., Süleyman I., Selim II. und Murad III. – schuf Sinan zum Beispiel die Şehzade-Moschee und den Sokollu-Mehmet-Pascha-Komplex – Bauwerke von solcher Schönheit, dass ihm dies den Beinamen „Michelangelo der Osmanen“ einbrachte. Doch Sinan baute nicht nur Moscheen und Paläste: Zu jeder Moschee gehörte auch ein Badehaus, das sogenannte Hamam, in dem die Herrscher täglich die traditionelle Reinigungszeremonie zelebrierten – eine Abfolge von Waschungen, Wassergüssen und Massagen, gepaart mit sanftem Licht, Wärme, Schaum und orientalischen Düften. Ein Traum aus „1001 Nacht“.

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Urban Retreats London

Waren die Prunkbäder ausschließlich den Sultanen und ihrem Gefolge vorbehalten, die dort Feste feierten und Politik machten, stehen sie heute als Orte der Entspannung jedermann offen. Das Orientalische oder Türkische Bad, wie das Hamam auch genannt wird, erfreut sich mittlerweile in vielen europäischen Großstädten großer Beliebtheit.
In einem großen Raum, in dem heißer Dampf wabert, dürfen sich die Besucher auf einem warmen Marmorsockel ausstrecken. Ein speziell ausgebildeter Masseur bearbeitet jeden Zentimeter des Körpers mit einem Handschuh aus Ziegenhaar. Danach fühlt sich die Haut unglaublich weich an, Muskelverspannungen lösen sich, und die warmen Wassergüsse tun ihr Übriges. Im Ruheraum kann die Hitze schließlich aus dem Körper weichen. Ein Glas Ayran oder „Cay“, so heißt der traditionelle Schwarztee, führt dem Körper Flüssigkeit zurück, oft wird auch frisches Obst gereicht. Betritt man nach zwei bis drei Stunden wieder die Straße, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Dann hilft es, die Augen zu schließen und dem Traum ein wenig nachzuspüren.

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 „Heiße“ Tipps

Sultan Hamam, Berlin

Neben dem marmorgefliesten Hauptraum bietet das im modern-puristischen Stil gehaltene Hamam ein Dampfbad, eine Bio-Sauna mit Farblichttherapie und mehrere Ruhebereiche.
Bülowstr. 57, Berlin-Schöneberg
Öffnungszeiten: täglich von 12 – 23 Uhr
www.sultanhamamberlin.de
The Moroccan Urban Retreat, London

 

Le Riad, Brüssel

Das „Le Riad“ im Stadtteil Schaerbeek bietet neben den typischen Anwendungen, wie Peelings und Massagen, eine Besonderheit für angehende Ehefrauen: Beim „Le Bain de la Mariée“ empfängt die Braut, begleitet von ihren Freundinnen, die sieben rituellen Waschungen, die sie auf ihren großen Tag vorbereiten. Frauen und Männer haben getrennt Zutritt.

Rue Gallait 29, Brüssel-
Schaerbeek
Öffnungszeiten:
Frauen: Di, Do, Fr 10 – 17 Uhr; Mi & Sa 10 – 23 Uhr
Männer: Mo 14 – 23 Uhr; Di, Do & Fr 18 – 23 Uhr
www.leriad.eu

 

 

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