Wir hatten die Chance, uns mit Anna, unserer Social Media Managerin bei MEININGER Hotels, zu unterhalten. UrsprĂźnglich aus der Ukraine stammend, zog Anna mit ihrer Familie nach Berlin, als der Krieg begann. Im Gespräch erzählt sie, wie sie sich in Deutschland eingelebt hat, wie ihr Team zusammenarbeitet, um richtig guten Content zu erstellen und was ihr an ihrem Job am meisten SpaĂ macht. Sie verrät auch, wie sie es schafft, bei all den Trends den Ăberblick zu behalten.

Hey Anna, wann und warum bist du von der Ukraine nach Deutschland gezogen? Ist deine Familie mitgekommen?
Der Grund fĂźr meinen Umzug war leider kein schĂśner. Obwohl ich schon immer den Gedanken hatte, ein paar Jahre in Berlin zu leben, war ich Ăźberhaupt nicht darauf vorbereitet. Wir sind wegen des Krieges hierhergezogen, den Russland gegen mein Land begonnen hat. Zu dieser Zeit war mein Vater sehr krank. Er lag bereits seit einem halben Jahr im Krankenhaus, konnte weder essen noch laufen. Es war schrecklich. Als der Krieg begann, hatte das Krankenhaus nicht mehr genug Medikamente. Es war schon schwierig, seinen Zustand Ăźberhaupt zu halten, geschweige denn ihn richtig zu behandeln.
Jemand, den ich in Berlin kannte, schlug vor, dass wir herkommen, damit er medizinische Unterstßtzung bekommen kann. Ich konnte kaum glauben, dass das mÜglich war, aber irgendwie habe ich es geschafft, einen Krankenwagen aus Berlin zu organisieren, der ihn an der polnischen Grenze abgeholt hat. Und so sind wir hierhergezogen. Zum Glßck geht es unserem Vater jetzt viel besser. Nächsten März sind es schon vier Jahre in Berlin. Verrßckt!
Wie hast du dich in Deutschland eingelebt, vor allem ohne die Sprache richtig zu kennen?
Ich kann die Grundlagen, weil ich Deutsch in der Schule gelernt habe. Ehrlich gesagt lief fĂźr mich alles gut und es war weniger kompliziert als ich gedacht habe. Ich mag Berlin und fĂźhle mich hier wohl. NatĂźrlich vermisse ich meine Heimatstadt jeden Tag, aber leider wird der Krieg nicht besser.
Welche typischen deutschen Gewohnheiten oder Eigenheiten haben dich anfangs Ăźberrascht und welche hast du mit der Zeit selbst Ăźbernommen?
Ich finde das Konzept âAbendbrotâ witzig, so etwas gibt es bei uns in der Ukraine nicht. đ Mittlerweile gibt es das bei uns aber auch. Ich mag es, nach dem Sport noch ein paar Kohlenhydrate zu essen. Und dass sonntags alle Läden zu sind, kennen wir in der Ukraine auch nicht. Am Anfang fand ich das nervig, aber mittlerweile mag ich es. Das ist so ein richtiger Ruhe-Tag.
Wie bist du zu deinem Job als Social Media Managerin bei MEININGER Hotels gekommen? Hast du schon immer in diesem Bereich gearbeitet?
Ich habe auf LinkedIn nach Jobs gesucht und bin auf so auf die Stelle aufmerksam geworden. Und ja, ich arbeite als Social Media Managerin seitdem ich 18 bin. Damals gab es den Begriff âSocial Media Manager:inâ noch gar nicht wirklich. đ Ich habe einen ganzen Sommer lang in einem ziemlich beliebten Club in Kiew gefeiert. Nach und nach habe ich angefangen ihre Social-Media-Kanäle zu betreuen, also Fragen beantworten, News zu posten usw. Irgendwann haben sie mir angeboten, mich dafĂźr zu bezahlen, ihren Instagram-Account aufzubauen und Events zu promoten⌠so hat alles angefangen.
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus und woher kommen deine Content-Ideen?
Ich wache mit meinem Handy auf und gehe damit auch wieder ins Bett, haha. Laptop und Handy sind quasi immer dabei. Ich muss immer checken, was gerade so los ist und welche Trends es gibt, denn Social Media ist ja vor allem eins: sozial. Man muss einfach immer mitbekommen, was gerade passiert.

Dieses Jahr feierst du dein dreijähriges Jubiläum bei MEININGER. Herzlichen Glßckwunsch! Was gefällt dir am besten an deiner Arbeit?
Am meisten mag ich das Team. Ich schätze, dass wir hier eine gesunde Work-Life-Balance haben und ich freue mich, dass unsere Arbeit wirklich einen positiven Einfluss auf das Unternehmen hat. Der Job macht auch richtig SpaĂ, weil ich so viel Ăźber verschiedene Städte, Länder und Kulturen lernen kann. Das ist ein echtes Privileg.
Unser Instagram-Account ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Wie viele Follower hatten wir, als du angefangen hast, im Vergleich zu jetzt?
Als ich angefangen habe, hatte unser Account etwa 15.000 Follower. Mittlerweile sind es Ăźber 53.000, das ist ein Zuwachs von rund 253%! Cool, oder?
Was denkst du, hat unserem Kanal geholfen, in so kurzer Zeit so stark zu wachsen?
Dieses Wachstum ist definitiv das Ergebnis von groĂartiger Teamarbeit. Wir haben regelmäĂige Brainstorming-Sessions mit Emma aus dem Art-Team, um kreative Ideen zu entwickeln und unsere Shootings machen immer richtig viel SpaĂ. Es hilft auch, dass wir jetzt Andrea, unsere Ads-Spezialistin, im Team haben, dazu groĂartige PR-UnterstĂźtzung bekommen und spannende Kooperationen umsetzen. Ich wĂźrde sagen, unsere Erfolgsformel lautet: Kreativität + starke Ads + coole Kooperationen. Auch auf TikTok läuft es richtig gut! Seitdem wir Ads schalten und aktiver posten, haben mehrere Videos Ăźber 1 Millionen Views erreicht. Unser TikTok-Account hat inzwischen 17.000 Follower und wächst weiter.
Als Social Media Managerin glaube ich, dass Teamarbeit alles ist, aber es ist auch wichtig, ständig online zu sein, Trends zu verfolgen und schnell zu reagieren. Die Welt dreht sich heute viel schneller als zu der Zeit, als ich angefangen habe! Ich reise auch viel fßr Social-Media-Projekte und erstelle selbst Content. Das hilft mir, unsere Städte und Hotels besser zu verstehen und das spiegelt sich in authentischerem Storytelling wider. Ich bin stolz darauf, dass wir ein kleines Inhouse-Produktions-Team aufgebaut haben, das es liebt, sich Herausforderungen zu stellen und sich immer weiter zu verbessern!
Du teilst Content aus so vielen verschiedenen Städten. Musst du dafßr viel reisen? Wie arbeitet ihr mit den Kolleg:innen vor Ort zusammen, damit das mÜglich ist?
NatĂźrlich kann ich nicht Ăźberall alleine hinreisen. Im BĂźro habe ich jede Menge Arbeit. Deshalb sind unsere Social Media Ambassadors eine riesige UnterstĂźtzung! Das sind unsere tollen Kolleg:innen aus verschiedenen MEININGER Hotels, die sich fĂźr Social Media begeistern und mitmachen wollen. Sie erstellen groĂartigen Content von vor Ort, der den Spirit der Städte und Hotels wirklich einfängt, mit authentischen Tipps, Geschichten und einem lokalen Touch. Wir teilen Content-Ideen und Aufgaben mit ihnen, aber sie haben auch die Freiheit, eigene kreative Ideen einzubringen. Durch ihre Beiträge bekommen unsere Kanäle echte Vielfalt und Authentizität.
Welche Posts waren im vergangenen Jahr am erfolgreichsten und warum kamen sie bei den Menschen so gut an?
Wir hatten so viele tolle Posts, aber laut Instagram-Statistiken stechen ein paar besonders hervor! Einer meiner Favoriten ist unser Video zum 25-jährigen Jubiläum. Ich liebe dieses Projekt, weil es eine so kreative Idee war. Obwohl das Video erst vor weniger als einem Jahr entstanden ist, war KI-gestĂźtzte Videoproduktion damals noch nicht so Ăźblich. Es war also ein richtiges 3D-Design-Projekt. Es war sehr viel Arbeit und wir haben es zusammen mit der groĂartigen Agentur ctrlartd aus der Ukraine umgesetzt. Ein groĂes Shout-out an sie!
Ein weiterer richtig erfolgreicher Post war unsere Familienkampagne vor Kurzem. Die kam nicht nur super bei den Leuten an, sondern brachte auch richtig gute Umsätze. Am meisten gefallen hat mir, dass wir mit LGBTQ+-Familien gearbeitet haben und so gezeigt haben, wie wichtig MEININGER Inklusion und Vielfalt sind. Genau deshalb bin ich auch stolz, hier zu arbeiten.
Du scheinst immer die neuesten Social-Media-Trends zu kennen. Was ist dein Geheimnis?
Es gibt kein Geheimnis⌠ich hänge einfach rund um die Uhr an meinem Handy. đ
Welche Tipps wĂźrdest du jemandem geben, der darĂźber nachdenkt, Social Media Manager:in zu werden?
Mach dich drauf gefasst, echt viel zu scrollen! đ Der Job ist nicht einfach, vor allem jetzt, wo sich alles so schnell verändert (KI, Technik, Trends, News âŚ). Aber er macht SpaĂ und ist spannend, wenn man ihn wirklich gerne macht!
Du solltest:
⨠neugierig und kreativ bleiben
⥠Trends schnell erkennen
đ¨ eine Menge Content drehen & verarbeiten, um daraus etwas Einzigartiges fĂźr deine Marke zu kreieren
đ§ sowohl kreativ als auch strategisch denken
đ offen bleiben! Neue Ideen ausprobieren, Risiken eingehen und keine Angst haben, auf dem Weg zum Erfolg auch mal zu scheitern
Es ist auf jeden Fall eine spannende Reise!
Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast, Anna!Â
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