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Das Münchner Oktoberfest – Geschichte und Insider-Tipps

Das Münchner Oktoberfest – Geschichte und Insider-

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Es war einmal ein Prinzenpaar in Bayern, Kronprinz Ludwig (später bekannt als König Ludwig I.) und seine Verlobte Therese von Sachsen-Hildburghausen, das sich am 12. Oktober 1810 das Ja-Wort geben wollte. Standesgemäß musste das Ereignis gebührend gefeiert werden und weil man sich wegen der vorangegangenen schweren Kriegszeit bei seinen Untertanten bedanken wollte, richtete man die Hochzeit als fünftägiges Fest für das Volk aus. Kinder in bayerischen Volkstrachten huldigten dem Brautpaar mit Gedichten und Blumen. Die Festwiese wurde zu Ehren der Braut „Theresien-Wiese“ getauft und am 17. Oktober beendete man das Volksfest mit einem Pferderennen.

 

Nr. 1838 Wiesnfestzelt Ochsenbraterei Foto Tommy Loesch

©Tommy Loesch München Tourismus

 

Der Oktoberfestplatz heißt bis heute noch „Theresienwiese“ und wird von Münchnern umgangssprachlich kurz „die Wiesn“ genannt. Das Volk war begeistert und man beschloss das Fest im nächsten Jahr zur gleichen Zeit zu wiederholen. Das jährliche Oktoberfest wurde immer populärer. Ende des 19. Jahrhunderts kamen zahlreiche Schausteller und schließlich auch die Brauereien hinzu und prägten das Fest wie wir es heute kennen. Aus jener Zeit stammt auch noch die Aufteilung zwischen der Wirtsbudenstraße, in der sich die Festzelte befinden und der Schaustellerstraße mit den Fahrgeschäften.

Mit rund sechs Millionen Gästen aus aller Welt ist das Oktoberfest das größte Volksfest der Welt und hat trotzdem noch seinen ursprünglichen Charme behalten; und damit ist nicht nur das standardmäßige Tragen der bayrischen Tracht gemeint.

 

Apropos Tracht: Wie trägt man die Dirndl-Schleife richtig?

Die Dirndl-Schleife verrät mehr als man vermutet, dahinter steckt ein geheimer Code, den man kennen sollte, um nicht ungewollt die falschen Signale zu senden. Links bedeutet die Trägerin ist ledig. Wird die Schleife rechts getragen, ist man verheiratet bzw. vergeben. Mittig gebunden signalisiert die Trägerin, dass sie Jungfrau ist und hinten meint, die Dame ist verwitwet.

 

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Am 19. September 2015 um Punkt 12.00 Uhr heisst es wieder „O’zapft is!“, damit wird das Oktoberfest zum 182. Mal eröffnet. Die Zelte öffnen zwar schon um 9 Uhr morgens ihre Tore, doch darf vor dem offiziellen Wiesn-Anstich durch den Oberbürgermeister Münchens im Schottenhammel-Festzelt kein Bier ausgeschenkt werden. Zuvor ziehen die Wiesn-Wirte mit festlich geschmückten Pferde-Kutschen auf dem Oktoberfest ein.

Man mag es kaum glauben, aber manch ein Local fiebert dem Oktoberfest mehr entgegen als der Weihnachtszeit. Für die Einheimischen ist die Wiesn weit aus mehr als nur ein riesiges geselliges Trinkfest, es sind die kleinen traditionsverhafteten Details, die die Münchner an dem Oktoberfest lieben. Unter den rund 200 Schaustellerbetrieben findet sich nicht nur modernste Technik, die für ordentliche Adrenalinschübe sorgt, sondern auch viele nostalgische Attraktionen. Einige Schaustellerfamilien sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Oktoberfest vertreten, wie zum Beispiel die Krinoline, ein originales Karussell mit eigener Blaskapelle.

 

Schichtls Zaubertheater

 

Mittlerweile absoluten Kultstatus und ein „not to be missed“-Highlight ist Schichtl´s Zaubertheater. Die “Enthauptung einer lebendigen Person mittels Guillotine” aus dem Publikum muss man gesehen haben, zumal die Show seit 1872 im Programm ist. Im Anschluss bestaunt man die „Frau ohne Unterleib“ im Revue der Illusionen. Etwas zarter besaitete Gemüter gönnen sich eine Auszeit im Floh-Zirkus, wo echte lebendige, dressierte Flöhe auftreten oder lauschen den original Münchner-Vogelpfeifern, die zwar das kleinste, aber ein ganz außergewöhnliches Geschäft auf der Wiesn haben. In Familie Berger stellt TÜV geprüfte Vogelpfeiferl her, eine alte bayrische Tradition mit der angeblich jeder Pfeifen kann.

 

Schichtls Zaubertheater_1

 

Für den kleinen Hunger greift man eine to go Ochsensemmel im Spatenbräu-Zelt ab. Am Eingang hängt ein Schild, wie der leckere Ochse hieß, wie viel er wog und wie viele vor ihm verspeist worden sind. Für was Süßes unbedingt Apfelkücherl (im Teigmantel ausgebackene Apfelscheiben) probieren, die sind nirgends so gut wie auf dem Oktoberfest.  Wer auf dem Weg zur Bavaria-Statue, die ist begehbar und bietet tollen Blick über die Wiesn, das Wort „Löwenbräu“ raunen hört, hat vielleicht trotzdem schon eine Maß zu viel gehabt, aber die Stimme ist echt. Sie kommt vom Löwenbräu-Löwen der vor dem Festzelt ab und an seine Maß hebt und mit tiefer Stimme „Löööwenbräu“ ruft. Löwenbräu gehört übrigens zu einer der sechs Münchner-Brauereien, die auf dem Oktoberfest vertreten ist. Traditioneller Weise darf nur Münchner-Bier in den Festzelten ausgeschenkt werden, dazu gehören noch Augustiner, Hacker Pschorr, Hofbräu, Spaten und Paulaner.

 

Nr. 1582 Wiesnbrezn Foto Tommy Loesch

©Tommy Loesch München Tourismus

 

Zu später Stunde warten noch zwei absolute Klassiker Toboggan und das Teufelsrad auf dich. Ersteres befördert dich mittels eines schnell laufenden Förderbandes nach oben, was vor allem bei den Zuschauenden für Belustigung sorgt. Und beim Teufelsrad, heute eine echte Rarität auf Jahrmärkten, heißt es wer kann sich am längsten auf der drehenden Scheibe halten und auch noch der Kugel ausweichen?

 

Nr. 1849 Fahrgeschaeft Flip Fly auf dem Muenchner Oktoberfest Foto Tommy Loesch

©Tommy Loesch München Tourismus

 

Zu Guter Letzt bleibt noch die Frage, warum findet das Oktoberfest eigentlich im September statt? Das deutsche Klima ist Schuld. Im Oktober ist es meist schon zu kühl, also hat man 1872 beschlossen das Fest in den September zu legen. Eröffnet wird seitdem stets am Samstag nach dem 15. September, dieses Jahr also am 19. September für 16 Tage bis zum 4. Oktober 2015. Am letzten Sonntags wird es romantisch in den Zelten. Der Abschluss wird mit einem Lichtermeer an Wunderkerzen gefeiert, die kostenlos an die Gäste verteilt werden.

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